...Stationen im Leben eines Krupp`s
| Meine Geburtsstunde schlug 1937 in Essen bei der Friedrich Krupp AG. Meinem ersten Herren, der Deutschen Wehrmacht, diente ich als Militärfahrzeug bis 1945. Im Laufe des Krieges beschädigt und lädiert, übernahm mich danach das Landratsamt Kamenz. Die Behörde verkaufte mich an das Fuhrgeschäft und Kohlenhandlung Gerhard Köckritz Königsbrück. Der Inhaber beauftragte die Firma Menge Dresden ( Krupp- und Junkers - Spezialist ) mich fahrbereit zu machen. Die Generalreparatur wurde am 14.09.1946 abgeschlossen und kostete 3052,50 DM. | |
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Von nun an hatte ich ganz schön viel zu schleppen. Holz, Brikett, Rohkohle, Kies, Baumaterial sogar Wäsche für die Russen waren Stück- bzw. Schüttgüter, die meine Ladefläche zierten. Auch Personen wurden auf meinen Rücken transportiert, selbst Feuerwehrmänner wurden zum Brand gefahren. Und zu allen Überdruss verpasste mir man noch ein 5,0t-Anhänger. Manchmal waren es sogar zwei. Das tat meinem Herzen aber gar nicht gut. Die Ventile branden aus. Meine Herrschaft brachte alles wieder in Ordnung. Da wurde geschweißt, geschliffen und geputzt, bis ich wieder fit war. |
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In den 70-ziger Jahren bekam ich einen neuen Rücken. Die alte Pritsche wurde gegen einen neuen Kippaufbau ausgetauscht. Nun hatte es mein Fahrer aber gut. Das Schüttgut zischte nur so herab. Dies ging bis zum Jahr 1990. In diesem Jahr rutschten mir die letzten Brikett den Buckel runter. Ich wurde durch eine Ameise ersetzt und trat in den verdienten Ruhestand. Übrigens meine neue Herrin Ingrid Hommel verpasste mir einen neuen Anzug und eine neue Wohnung. Jetzt fühle ich mich sauwohl und so kann es weiter gehen.
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| Es grüßt Euch Euer Krupp | |